Weihnachten bei der Familie als Veggie

Weihnachtsfest mit der Familie als Veganer

Ich kann mich noch sehr gut an mein erstes Weihnachtsfest als Veganerin erinnern. Ich hatte wirklich fast schon ein wenig „Angst“ und ein unwohles Gefühl machte sich in mir breit. Anstatt mich auf meine Familie und mein Zuhause zu freuen, hatte ich irgendwie nur das Essen im Kopf und eventuelle Streitpotenziale.

Okay, sind wir mal ehrlich: Es ist mein 3. Weihnachten als Veganerin und ich denke immer noch nur an mein Essen, aber das liegt einfach daran, dass ich IMMER an Essen denke. Pausenlos. Warum sollte es da an Weihnachten anders sein?

Geschenkeberg

Der Veganer – ein Exot unter dem Weihnachtsbaum

Ich war schon immer die Verrückte in der Familie. Jetzt bin ich die verrückte Veganerin in der Familie. Ein seltenes Exemplar, was sich nun in den Kreisen der eigenen vier Wände beobachten lässt. So habe ich mich zumindest manchmal gefühlt. Auf einmal bist du etwas Exotisches und das nur aufgrund deiner Ernährung?!

Dabei sehe ich meine vegane Lebensweise gar nicht als etwas Besonderes bzw. Besseres an. Doch scheint es mir manchmal so, als würde meine reine Anwesenheit den „Omnivoren“ (Allesfresser) ziemlich auf den Magen schlagen. Ihr Lieben, ich will euch nicht bekehren! Wieso habt ihr solche Angst vor mir? Aber gut. Das ist ein anderes Thema.

To-Do-Liste für Weihnachten

Mein erstes veganes Weihnachten

Zurück zum eigentlich wichtigen Teil: Mein erstes Weihnachten ohne tierische Produkte. Ich glaube vor allem für meine Eltern war das ein großer Stressfaktor: Was sollen wir denn jetzt bitte kochen? Seitdem ich den Entschluss gefasst hatte, meine Ernährung umzustellen, waren meine Eltern (fast schon) Feuer und Flamme, sich in diese – für sie neue – Thematik einzulesen und Neues auszuprobieren. Aber an den Feiertagen haben meine lieben Eltern das Gefühl, sich selbst nochmal übertreffen zu müssen. Da reicht kein „langweiliges“ Nudelgericht. Neeeeein… meine Eltern wollen da richtig was auffahren. Danke übrigens dafür, ihr seid die Besten.

Annie auf dem Bett mit weihnachtlichem Kopfschmuck

Natürlich weiß ich, dass das nicht der Norm entspricht und ich mich für solche Eltern nur glücklich schätzen kann. Aber glaubt mir: Es ist alles ein Prozess! Vor 3 Jahren bekam ich zum Beispiel noch Nutella und andere nicht vegane Süßigkeiten. Letztes Jahr hatte ich nur noch vegane Köstlichkeiten in meinen Geschenktüten. Eure neue Ernährungsform muss sich erst in der Familie etablieren. Das braucht Zeit.

Wie kann ich mich auf die Feiertage vorbereiten?

Erst einmal: Durchatmen. Die (Vor-)Weihnachtszeit ist für die meisten unter euch wahrscheinlich eh schon stressig genug. Ich gebe euch heute meine Tipps mit, die ich jedes Jahr zu Weihnachten aus meiner Kiste an Lifehacks ausgrabe.

Listen für den Überblick

1. Was gibt es denn eigentlich?

Einfach mal eben bei Mama angerufen und nachgefragt. Eltern freuen sich eh immer, wenn man mal Zuhause anruft. Und ganz nebenbei kann man dann mal fragen: „Duuu? Mama, was gibt es denn dieses Jahr eigentlich zu essen?“

Ich mag es zum Beispiel gar nicht ständig eine Extrawurst zu bekommen. Ich orientiere mich immer an dem Essen, was auf den Tisch kommt. Gibt es Kartoffeln, Kroketten, Klöße, Rotkraut? Super, einfach nochmal auf der Verpackung nachschauen – meistens kann ich diese Sachen nämlich problemlos essen. Schwieriger wird es da meistens eher bei der Sauce bzw. dem Fleisch. Ich bin zwar nicht der größte Fan von fertigen Ersatzprodukten, aber manchmal darf es das eben auch sein. Statt der Roulade aus Fleisch kommt dann eben die Roulade aus Seitan auf meinen Teller. Ganz easy eigentlich.

2. Weihnachtsmenü im Restaurant

Wenn ihr in ein Restaurant geht, dann ruft dort vorher am besten an! In ländlicheren Gebieten sind die meisten Gastronomen nicht auf Veganer eingestellt. Als ich dieses Jahr gehört habe, das meine Schwiegerfamilie in Spe vor hat, in einem – sagen wir mal – gut bürgerlichen Restaurant zu essen, war mir etwas mulmig. Die Menükarte bestätigte mein Gefühl. Mein Anruf hingegen hat all‘ meine Bedenken hinfort geblasen.

Schön, dass sie vorher anrufen. Natürlich bekommen wir auch ein veganes Gericht für sie hin, aber natürlich entspricht das nicht unserer Küche im normalen Tagesablauf.

im Restaurant anrufen, um vegane Optionen zu klären

3. Selbst was mitbringen

Schlagt eurer Familie doch vor, dieses Jahr selbst zu kochen. Oder kümmert euch um einen Gang. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Nachtisch? Ihr findet ein super schnelles und einfaches Rezept für einen leckeren Nachtisch bei meinem Weihnachtsmenü.

4. Ruhe bewahren!

Sicherlich nicht immer einfach, aber versucht cool zu bleiben. Das leckerste Essen auf der Welt bringt nichts, wenn ihr euch mit der Familie streitet, nur weil sie eure Lebensweise noch nicht ganz so verinnerlicht hat.

Lämli und Annie

In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Liebsten ein wunderbares Weihnachtsfest!

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